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Die American Psychiatric Association hat einen Entwurf für die 5. Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V) im Internet vorgestellt. Es werden einige wesentliche Änderungen in der Klassifikation psychiatrischer Erkrankungen vorgeschlagen, für die in den nächsten Monaten Änderungsvorschläge entgegen genommen werden. Interessant sind die Ausführungen zur Spielsucht und Drogensucht und zum Thema „Binge Rating“.
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Spielsucht und Drogensucht gleichgesetzt
Die derzeitigen Kategorien Substanzmissbrauch („substance abuse“) und Abhängigkeit („dependence“) werden durch die neue Kategorie Sucht und verwandte Störungen („addiction and related disorders“) ersetzt. Der Begriff Abhängigkeit „dependence“ sei missverständlich und in der Öffentlichkeit werde er fälschlicherweise mit Sucht „addiction“ gleichgesetzt, erläutert Charles O’Brien, Universität Philadelphia, der Leiter der „Substance-Related Disorders Work Group“.
Die Entwicklung einer Toleranz und Entzugssymptome seien aber eine normale Reaktion auf einige Medikamente, die auf das Zentralnervensystem wirken. Zur Sucht wird es erst durch ein zwanghaftes Suchverhalten nach dem Wirkstoff („compulsive drugseeking behavior“).
Die neue Kategorie umfasst neben der Drogensucht auch die Spielsucht. Beiden lägen ähnliche Vorgänge im Gehirn zugrunde, so eine geschwächte Impulskontrolle oder die Beteiligung von Hirnzentren für Belohnungsreaktion und Aggressionen. Eine Internet-Sucht wird nicht in das DSM-V aufgenommen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien noch nicht ausreichend, heiß es.
„Binge Eating“ als etablierte Essstörung
Auch das Verständnis von Essstörungen hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Allgemein bekannt und etabliert sind die Anorexia nervosa und die Bulimia nervosa, bei der die Patienten durch unangemessenes Verhalten eine Gewichtszunahme zu verhindern. Diese Erkrankungen sind nach neuem Verständnis nicht mehr auf Kinder beschränkt, was in der Kategorisierung zum Ausdruck kommt.
Das „Binge eating“, das in der DSM-IV nur in einem Appendix erwähnt wurde, soll jetzt in den Haupttext übernommen werden. Es ist gekennzeichnet durch wiederholte Essattacken mit der Aufnahme großer Mengen von Nahrungsmitteln (wenigstens eine Episode pro Woche über mindestens drei Monate), begleitet von einem Kontrollverlust und anschließenden Schuldgefühlen.
Für Timothy Walsh, Harvard Universität Boston, von der “Eating Disorders Work Group” ist es wichtig, das “Binge eating” von dem weit verbreiteten Phänomen der Adipositas infolge “Overeating” in der US-Gesellschaft zu trennen.
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Quelle: aerzteblatt.de / Nachrichten vom 12.02.2010 |